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25. Mai 2026

Unternehmensstrategien hatten früher etwas Beruhigendes. Sie wurden auf fünf oder zehn Jahre angelegt, fein in Präsentationen gegossen, und galten als fester Rahmen für das Handeln.

Heute ist das vorbei.

Strategien haben eine Halbwertszeit bekommen.

Sie sind vergänglicher geworden, als es vielen lieb ist. Studien zeigen, dass Wettbewerbsvorteile in einigen Branchen nur noch 18 Monate anhalten. Die durchschnittliche Verweildauer von Unternehmen im S&P 500 ist seit den 1960er Jahren von über 60 Jahren auf unter 20 Jahre gefallen.

Die Gründe sind bekannt: Digitalisierung, technologische Sprünge, globale Konkurrenz, geopolitische Unsicherheit. Märkte drehen schneller, als viele Strategiepapiere geschrieben werden können.

Die Konsequenz: Strategien müssen heute häufiger angepasst werden. Und diese #Veränderung ist nicht nur legitim, sondern überlebenswichtig.

Aber: Strategie darf nicht beliebig werden

Das Risiko liegt auf der Hand: Wer seine strategische Richtung zu häufig anpasst, läuft Gefahr, beliebig zu wirken. Richtungsänderungen müssen nachvollziehbar und vermittelbar sein, damit Menschen - Kunden wie Mitarbeitende - den Wandel mitgehen.

Und genau hier kommt die Marke ins Spiel. Als strategische Zielbild, das ein Unternehmen auch in turbulenten Zeiten stabilisiert. Weil deren Kern konstant bleibt.

Marke beantwortet die entscheidenden Fragen:

  • Wer sind wir?
  • Wofür stehen wir?
  • Welche Rolle wollen wir im Markt einnehmen?

Wenn diese Antworten klar sind, können Strategien angepasst, erneuert und modifiziert werden – ohne dass das Unternehmen seine Identität verliert. Weil die Essenz und die Vision klar sind und sich nur der Weg dorthin ändert.

Lektionen aus der Praxis

Unternehmen wie Kodak oder Nokia sind nicht gescheitert, weil sie keine Strategie hatten – im Gegenteil. Beide hatten Strategien. Beide hatten Pläne. Beide glaubten, genau zu wissen, wie sie ihre Zukunft sichern würden.

Ihr Problem war, dass sie zu lange an einer überholten Strategie festhielten. Kodak klammerte sich an das Filmgeschäft, obwohl man intern längst die Digitalkamera erfunden hatte. Nokia vertraute auf seine Hardware-Dominanz, obwohl die Welt längst in Richtung Software und Nutzererlebnis kippte.

Es fehlte am Ende der Mut, die Strategie radikal zu ändern, solange die alten Geschäftsmodelle noch Gewinne brachten. Und weil es (vielleicht) kein klares, übergeordnetes Zielbild gab, das jenseits der kurzfristigen Produkte und Kategorien Orientierung gegeben hätte. Weil sie sich zu spät gefragt haben, wofür sie "eigentlich" stehen - über das aktuelle Produkt hinaus. Und das hat blind gemacht für innovatives Denken im Kontext veränderter Kaufgewohnheiten oder Begehrlichkeiten.

Mein Wake-up Call an die Führung

Strategien müssen heute häufiger revidiert werden als jemals zuvor. Aber: Wer seine Marke und deren Essenz als konstantes Zielbild versteht, verliert dabei nicht den Fokus. Strategie ist veränderbar. Marke ist der Anker.

Hand aufs Herz: Wann habt Ihr zuletzt die strategische Essenz Eurer Marke und Eure Strategien überprüft? Und euch gefragt, ob sie stark genug sind, um Sie durch die nächste Welle von Veränderungen zu tragen?

#gunnarswakeupcall #strategie #marke #veränderung

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